Wer ernährt die Welt?

Kater Kurt erklärt:

Die Weltbevölkerung wächst kontinuierlich. In der ersten Abbildung ist die Prognose der Vereinigten Nationen dargestellt.

In gleicher Weise steigt der Nahrungsbedarf. Auch wenn Weizen nicht das einzige Grundnahrungsmittel ist, wird in der folgenden Grafik exemplarisch die Entwicklung der weltweiten Weizenerzeugung dem Weizenverbrauch gegenübergestellt. Die Ernte 2018 hat den Verbrauch nicht abdecken können. Für die Ernte 2019 gehen die Prognosen der Welt-Getreiderats (IGC) davon aus, dass der weltweite Verbrauch knapp gedeckt werden kann.

Audit 2019

Kater Kurt erklärt:

Im Rahmen des Vertragsanbaus mit der Hedwigsburger Okermühle stand heute das wiederkehrende Audit an. Dabei werden Aspekte der Produktionssicherheit, Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit geprüft. Auch das in meiner Verantwortung befindliche Schadnagerkonzept wurde eingehend geprüft. Hier konnte Ich aber mit einem kapitalen Fang zu Beginn des mehrstündigen Audits, die Wirksamkeit meiner Arbeit eindrucksvoll unter Beweis stellen:

Maus gefangen – Audit bestanden

Unser Handelspartner, die Hedwigsburger Okermühle, verfolgt ihr Konzept „Mehl mit Herkunft“. Das Getreide wird direkt beim Erzeuger gekauft. Damit unterscheidet sie sich von vielen anderen Mühlen, die ihren Rohstoff vom Großhandel beziehen. Der Vorteil: Für jede Mehlpartie können die Produktionsprozesse bis zum Acker, auf dem der Weizen produziert wurde, zurückverfolgt werden.

Nachtrag 14.07.2019: Audit bestanden – Zertifikat erhalten!

Maschinenkosten

Kater Kurt erklärt:

Die Maschinenkosten sind der Schlüssel auf dem Weg zu einem erfolgreichen Landwirtschaftsbetrieb. Die sogenannten Arbeitserledigungskosten können bei einem Ackerbaubetrieb je nach Geschick des Betriebsleiters und der Struktur des Betriebes zwischen 600 € und 1.000 € je Hektar schwanken. Bei einem 100 ha großem Betrieb kann die Differenz zwischen einem erfolgreichen und einem weniger erfolgreichen Betrieb allein durch diese Kostenposition schnell einmal 40.000 € (100 ha x 400 €/ha) pro Jahr betragen!

Es gibt kaum eine andere Branche, in der eine teure Maschine wie ein Mähdrescher nur wenige Tage im Jahr eingesetzt werden kann. Hier gilt eine möglichst hohe Auslastung der teuren Maschinen zu erreichen. Das ist nicht immer einfach, weil das Wetter hier schnell einen Strich durch die Rechnung machen kann. Wenn eine langfristige Regenperiode in der Ernte einsetzt, kann die Qualität das Getreides so darunter leiden, dass die Mindererlöse durch die schlechtere Qualität, die eingesparten Maschinenkosten durch eine hohe Auslastung des Mähdreschers schnell um ein vielfaches übersteigen können.

Die Bestkorn KG begegnet dieser Herausforderung durch die Mitgliedschaft in eine Maschinengemeinschaft. Die Maschinen werden mit drei anderen Landwirtschaftsbetrieben zusammen gekauft und eingesetzt. In der Maschinengemeinschaft werden insgesamt 530 ha bewirtschaftet, so dass leistungsfähige Maschinen angeschafft und ausgelastet werden können.

Die Kunst dabei besteht in der Kommunikation zwischen den Mitgliedern der Maschinengemeinschaft. Hier gilt es Lösungen zu finden, dass die Maschinen in gerechter Weise auf den Flächen der Mitgliedsbetriebe eingesetzt werden.

Alles Öko, oder was?

2018 wurden in Deutschland rund 9 Prozent (UMWELTBUNDESAMT) der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet.

Bioprodukte machten in 2016 rund 5 Prozent (FOODWATCH) des gesamten Lebensmittelumsatzes in Deutschland aus.

Kater Kurt erklärt:

Könnte der Anteil auch auf 100 % gesteigert werden?

Dazu ein Beispiel: In Deutschland werden derzeit rund 23 Millionen Tonnen Weizen produziert. Die Produktion deckt damit in etwa den Bedarf Deutschlands. Bei einer ökologischen Produktionsweise gehen die Weizenerträge um rund 40 – 50 % zurück, d. h. bei gleichbleibender Nachfrage, müsste die fehlende Menge an Weizen importiert werden. Kein Problem, ein Handelsweisheit sagt: „Die Ware fließt immer zum Geld“. Weil Deutschland sehr wohlhabend ist, wird hier immer auch Ware zur Verfügung stehen. Aber bei der derzeitigen Bevölkerungsentwicklung wird es an anderer Stelle fehlen.

Soziale Aspekte

Für die Herstellung von einem Hektar ökologisch erzeugten Zuckerrüben werden rund 150 Arbeitsstunden mit der Handhacke benötigt. Bei einer Anbaufläche von rund 30 ha Zuckerrüben wie in unserem Betrieb entspricht dies 4500 Arbeitsstunden, also fast 3 Arbeitskräfte pro Jahr. Die Arbeitskraft wird aber innerhalb eines engen Zeitraums von rund 4 Wochen benötigt. Deutsche Arbeitskräfte stehen für diese körperlich anstrengende Arbeit nicht zur Verfügung. Wer soll also diese Arbeit vollrichten? Und ist der Verbraucher bereit die daraus resultierenden Arbeitskosten sozial angemessen zu vergüten? Eventuell könnten in der Zukunft Roboter durch intelligente Lösungen die Handarbeit ersetzen. Praxisreife Lösungen gibt es aber derzeit noch nicht.

Ernährungsgewohnheiten müssen geändert werden

Eine gewissen Entlastung des Getreidebedarfs könnte erreicht werden, indem weitgehend auf Fleisch verzichtet würde. Ein Schwein benötigt rund 3 Kilogramm Futter für ein Kilogramm Gewichtszunahme. Die Futterverwertung von Rindern ist eher schlechter als bei Schweinen. Allerdings ist ein Vergleich nur schwer möglich, weil Rinder Wiederkäuer sind und so auch Grünland als Futtergrundlage nutzen können, welches zum Anbau von Getreide nicht geeignet ist. Ein Verzicht auf Rind- und Schweinefleisch, o.k. meinetwegen, aber lasst mir meine Mäuse!

Keine Konkurrenten sondern Ergänzung

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die klassische, konventionelle, landwirtschaftliche Produktion nicht in Konkurrenz zu der ökologischen Wirtschaftsweise steht, sonder beide Verfahren sich ergänzen.

Zwischenfrucht 2018

Kater Kurt erklärt:

In diesem Jahr war das Wachstum der Zwischenfrüchte aufgrund der Trockenheit sehr verhalten. Genauso wie der Rasen in Ihrem Hausgarten in diesem Jahr selten gemäht werden musste, war das Wachstum der Zwischenfrüchte gehemmt, weil zu wenig Wasser zur Verfügung stand.

Ende November wurden die Zwischenfrüchte mit einem Grubber umgebrochen und in den Boden eingearbeitet. Bei den Zwischenfrüchten handelte es sich um Gelbsenf, Phacelia und Rauhafer. Die in den Zwischenfrüchten verbauten Nährstoffe stehen dann im Frühjahr den nachfolgenden Zuckerrüben zur Verfügung. Aufgrund der Trockenheit konnten die Flächen noch einmal tief bearbeitet werden ohne das die Gefahr von Bodenverdichtungen bestand. Die Zuckerrüben wissen das zu schätzen, weil das ihnen die Wurzelbildung erleichtert.

Weizenaussaat für Ernte 2019 hat begonnen

Kater Kurt erklärt:

Am Sonntag hat es endlich einmal mehr als 20 mm Regen gegeben. Wir nutzten die vorhandene Bodenfeuchte für die Aussaat des Winterweizens. Ein Sprichwort lautet „Wie die Saat, so die Ernte.“ Angesichts der momentan guten Aussaatbedingungen ist zumindest schon einmal eine gute Basis für die kommende Ernte gelegt. Jetzt muss es nur noch weiteren Regen geben, damit das weitere Pflanzenwachstum fortschreiten kann.

Der Rotmilan unterstützt mich bei der Mäusebekämpfung.

Herbstaussaat wegen Trockenheit schwierig

Kater Kurt erklärt:

Die Aussaat der Zwischenfrüchte und vom Winterraps im August 2018 gestaltet sich aufgrund der Trockenheit sehr schwierig. Obwohl es mehrere kleinere Regenschauer gegeben hat, konnte sich der Raps nicht etablieren. Der Boden war durch die Sommertrockenheit so ausgetrocknet, dass er das Niederschlagswasser in Beschlag genommen hat. Für die Pflanzen stand nicht genug Wasser zur Verfügung. Dadurch sind die Pflanzen sehr zurück geblieben und die Bestände dünn.

Zu allen Überfluss werden die wenigen kleinen

Geschädigte Rapspflanze

Rapspflanzen jetzt auch noch durch den Erdfloh befallen. Die kleinen Löcher in den Blättern der jungen Rapspflanze sind Fraßstellen.

Dürre 2018

Kater Kurt erklärt:
Trockenschäden an Zuckerrüben

Die fehlenden Niederschläge im Jahr 2018 sind verheerend für den Ackerbau. Bis Ende August hat es im laufenden Jahr in Dorstadt insgesamt nur 228 mm geregnet. Gegenüber dem langjährigem Durchschnitt ist das ein Defizit -182 mm! Während bei der Getreideernte die betrieblichen Erträge nur rund 15 % unter dem mehrjährigen Durchschnittsertrag lagen, sieht es für die nun anstehende Ernte der Zuckerrüben düster aus. Hinzu kommt noch der Befall der Rübenmotte. Diese konnte sich durch die Trockenheit und Wärme stark verbreiten. Die Larven fressen Gänge durch den Rübenkopf. Dieser verfault anschließend und die Rübe ist nicht mehr zu verwerten.

Mein Chef klagt aber nicht. Er meint, dass so etwas auch zum landwirtschaftlichem Geschäft dazu gehört. Wenn man so wie ich quasi sein ganzes Leben in der Landwirtschaft tätig ist, weiß man: Es gibt gute Jahre und es gibt schlechte Jahre. Man darf solche Rückschläge nur nicht persönlich nehmen.

Klimawandel

Kater Kurt erklärt:

Der Klimawandel macht die Arbeit eines Landwirtes schwieriger. Auch wenn Donald Trump es leugnet, der Klimawandel ist bei uns angekommen. Die extremen Wetterereignisse haben auch in Dorstadt zugenommen. Auswertungen der Niederschlagsereignisse seit 1974 zeigen (https://www.dorstadt.de/niederschlag/):

  1. Es regnet seit Mitte der 80er-Jahre mehr. Die durchschnittlichen jährlichen Niederschlagssummen an unserem Standort sind seit dem um rund 60 mm gestiegen.
  2. Die Zunahme der jährlichen Niederschlagsmengen ist geprägt durch Starkregenereignisse. Es gibt immer häufiger Wolkenbrüche bei denen es 40 mm und mehr in wenigen Stunden regnet. Dieses Wasser kann wegen der Intensität  dann vom Boden nicht aufgenommen werden und fließt oberflächlich in die Gewässer.
  3. Gleichzeitig häufen sich die Extreme: Die Anzahl und Heftigkeit der Trocken- und Regenperioden nehmen zu. Während die Sommermonate 2017 und 2015 verregnet waren, weist das Jahr 2018 eine extreme Trockenheit auf.

Eine Möglichkeit um auf diese Veränderungen zu reagieren ist es, den Humusaufbau in den Böden und das Bodenleben zu fördern. Der Humus kann Wasser und Nährstoffe speichern  und sorgt dafür, dass Wasser in Trockenphasen gespeichert und bei Starkregenereignissen vom Boden aufgenommen werden kann.

Eine gute Möglichkeit um Humus aufzubauen ist die Ausbringung von Güte-Kompost.

Trichterkatze

Kater Kurt: Hallo, eigentlich bin ich diese Woche krankgeschrieben. Trotzdem melde ich mich hier noch einmal kurz. Ich hatte nach einer Schlägerei mit einer Nachbarskatze eine verschmutzte Wunde, die sich entzündet hatte. Dann musste ich mit Fieber und starken Schmerzen zum Tierarzt. Dort wurde die Wunde aufgeschnitten und gespült.

Am schlimmsten ist der Halstrichter, den ich jetzt tragen muss, damit ich die Wunde nicht aufkratzen kann. Ständig läuft man damit irgendwo gegen. Außerdem darf ich die ganze Woche nicht raus und meiner Arbeit nicht nachgehen. Na, die Mäuse werden sich freuen. Mir fällt aber schon die Decke auf den Kopf.