Wie viel Frost verträgt Winterweizen?

Kater Kurt erklärt:

Von den Vorzügen des Winters hatte ich ja bereits berichtet. Jetzt gingen hier die Temperaturen in der zweiten Februarwoche aber auf bis zu -23 °C nach unten. Solch ein Frost trifft die Kulturpflanzen, die bereits im Herbst ausgesät werden, mit ganzer Härte. Wintergerste verträgt Kahlfröste von bis zu -15 °C und Winterweizen von bis zu -20 °C. Die Kältetoleranz ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So sind z. B. einzelne Weizensorten winterhärter als andere. Beim Raps spielt die Größe der Pflanzen eine entscheidende Rolle. Im Herbst stark gewachsene Bestände sind empfindlicher gegenüber Frost. Hier führen manchmal Kahlfröste von -15 °C zu starken Schäden, während kleinere Pflanzen unter guten Bedingungen auch bis zu – 20 °C überstehen können.

Grundsätzlich hilft den Pflanzen auch immer eine Gewöhnungsphase. Wenn der Frost sich langsam andeutet und die Pflanzen Zeit haben sich auf die niedrigen Temperaturen einzustellen, vertragen sie den Frost besser, als wenn dieser plötzlich von einem Tag auf dem anderen kommt. Die Kulturpflanzen sind in der Lage als eine Art „Frostschutzmittel“ Salze in ihren Zellen anzureichern, um auf diese Weise die Frostverträglichkeit zu erhöhen.

In diesem Jahr hat die Schneebedeckung von rund 30 cm geholfen. Der Schnee wirkt wie ein Pullover und schützt die Kulturpflanzen von den niedrigen Temperaturen der Außenluft. Obwohl die Temperaturen auf deutlich unter -20 °C sanken, blieben unsere Kulturpflanzen unter der Schneedecke geschützt und wurden nicht geschädigt.

Ich habe die 10 kalten Tage Urlaub gemacht und fast durchgängig auf der Fußbodenheizung im Badezimmer gelegen. Ich konnte eine Stelle ausmachen, wo die Heizungsrohre besonders dicht verlegt sind. Herrlich! 30 cm hoher Schnee ist nichts für meine kurzen Beine.