Herzlich Willkommen bei der Bestkorn KG!

Die Bestkorn KG ist ein Landwirtschaftsbetrieb im Landkreis Wolfenbüttel. Der Schwerpunkt ist der Anbau von Zuckerrüben, Raps, Weizen und Gerste.

Kater Kurt: Hallo, mein Name ist Kurt. Weil Öffentlichkeits- und Pressesarbeit auch für Landwirtschaftsbetriebe wichtig ist, bin ich hier bei der Bestkorn KG neuerdings dafür zuständig. In diesem Zusammenhang erkläre ich hier im Internet Sachverhalte der Landwirtschaft. Allerdings füllt die Öffentlichkeitsarbeit in so einem kleinen Betrieb keine Vollzeitstelle aus. Deshalb fällt darüber hinaus noch die Schadnagerbekämpfung in meinen Zuständigkeitsbereich.

Blattlaus-Monitoring

Auf den Flächen der Bestkorn KG werden derzeit Untersuchungen des Julius-Kühn-Instituts (JKI) durchgeführt. Dabei werden wöchentlich die Populationsentwicklungen der Insekten in den Zuckerrüben untersucht.

Gefährlich für die Zuckerrüben sind vor allem die Grüne Pfirsichblattlaus, weil diese beim Saugen einen Virus übertragen kann, der zu starken Ertragsverlusten führt. Mit Hilfe der Untersuchung soll festgestellt werden, welcher Befallsgrad noch toleriert werden kann.

In den folgenden Grafiken sind die Befallshäufigkeiten der einzelnen Insekten dargestellt. Darunter versteht man den Anteil der Pflanzen, die von einer Gattung besiedelt sind.

Erosionsschutz

Kater Kurt erklärt:

Der Boden ist das wertvollste Gut eines Landwirtschaftsbetriebes. Diese wichtigste Produktionsgrundlage gilt es zu verbessern, z.B. durch Humusaufbau. Genauso wichtig ist aber, dass der Boden bei starken Niederschlägen nicht weggeschwemmt wird und verloren geht.

Besonders gefährdet sind hängige Lagen, weil hier das Niederschlagswasser Geschwindigkeit aufnehmen und die Bodenteile mitreißen kann. Hier ist es wichtig, dass der Bodenkörper eine hohe Stabilität aufweist und Oberflächenverdichtungen unbedingt vermieden werden. Der Schlüssel für diese Faktoren liegt bei einer standortangepassten Bodenbearbeitung. Aber auch durch Humusaufbau kann der Boden stabilisiert werden.

Ein weiteres Kriterium ist die Bodenbedeckung. In unseren Breiten ist die Zuckerrüben besonders durch Bodenerosionen gefährdet. Die intensiven Niederschlagsereignisse im Mai treffen bei den Zuckerrüben auf relativ kleine Pflanzen, die eine ungenügende Bodenbedeckung aufweisen. Hier bittet das Stroh einen Zwischenfrucht Abhilfe. Wie das Bild zeigt verhindert das Stroh ein ungehindertes Fließen des Niederschlagswassers.

Nachtrag 22.05.2019: Die Strategie ist aufgegangen. Die Erosionsschutzmaßnahmen aus stabilen Bodenkörper und Zwischenfruchtstroh hat selbst das intensive Gewitter am 20.05.2019 mit rund 50 mm standgehalten.

Zuckerrübenaussaat 2019

Kater Kurt erklärt:

Die Aussaat der Zuckerrüben hat am 31.03.2019 begonnen. Zuckerrüben reagieren sehr empfindlich, wenn das Saatbett nicht optimal gestaltet ist. Deshalb muss zunächst das Saatbett mit Bodenbearbeitungsgeräten bereitet werden. Manchmal entscheiden Stunden über Erfolg oder Misserfolg. Dabei ist aber jeder Boden individuell zu beurteilen. Dies erfordert sehr viel Erfahrung.

Ein optimales Saatbett für Zuckerrüben beinhaltet Feinerde für die Wasserversorgung während der Keimung aber auch gröberen Klumpen. Letztere verhindern gemeinsam mit den Pflanzenresten der Zwischenfrucht das Erosionen und Verschlämmungen bei Starkregenereignissen entstehen können.

Die Zwischenfrucht hat die Nährstoffe aus dem Herbst aufgenommen und über den Winter „gerettet“. Diese werden im Laufe der Vegetation freigesetzt und stehen dann den Zuckerrüben zur Verfügung.

Nachtrag: Von unabhängigen Experten für gut befunden! Ein kleines Prädikat für ein Landwirt ist es, wenn sich die Maulwürfe auf seinem Acker wohlfühlen. Dies zeigt, dass das Bodenleben und das Bodengefüge in Ordnung ist.

Wer ernährt die Welt?

Kater Kurt erklärt:

Die Weltbevölkerung wächst kontinuierlich. In der ersten Abbildung ist die Prognose der Vereinigten Nationen dargestellt.

In gleicher Weise steigt der Nahrungsbedarf. Auch wenn Weizen nicht das einzige Grundnahrungsmittel ist, wird in der folgenden Grafik exemplarisch die Entwicklung der weltweiten Weizenerzeugung dem Weizenverbrauch gegenübergestellt. Die Ernte 2018 hat den Verbrauch nicht abdecken können. Für die Ernte 2019 gehen die Prognosen der Welt-Getreiderats (IGC) davon aus, dass der weltweite Verbrauch knapp gedeckt werden kann.

Maschinenkosten

Kater Kurt erklärt: Die Maschinenkosten sind der Schlüssel auf dem Weg zu einem erfolgreichen Landwirtschaftsbetrieb. Die sogenannten Arbeitserledigungskosten können bei einem Ackerbaubetrieb je nach Geschick des Betriebsleiters und der Struktur des Betriebes zwischen 600 € und 1.000 € je Hektar schwanken. Bei einem 100 ha großem Betrieb kann die Differenz zwischen einem erfolgreichen und einem weniger erfolgreichen Betrieb allein durch diese Kostenposition schnell einmal 40.000 € (100 ha x 400 €/ha) pro Jahr betragen!

Es gibt kaum eine andere Branche, in der eine teure Maschine wie ein Mähdrescher nur wenige Tage im Jahr eingesetzt werden kann. Hier gilt eine möglichst hohe Auslastung der teuren Maschinen zu erreichen. Das ist nicht immer einfach, weil das Wetter hier schnell einen Strich durch die Rechnung machen kann. Wenn eine langfristige Regenperiode in der Ernte einsetzt, kann die Qualität das Getreides so darunter leiden, dass die Mindererlöse durch die schlechtere Qualität, die eingesparten Maschinenkosten durch eine hohe Auslastung des Mähdreschers schnell um ein vielfaches übersteigen können.

Die Bestkorn KG begegnet dieser Herausforderung durch die Mitgliedschaft in eine Maschinengemeinschaft. Die Maschinen werden mit drei anderen Landwirtschaftsbetrieben zusammen gekauft und eingesetzt. In der Maschinengemeinschaft werden insgesamt 530 ha bewirtschaftet, so dass leistungsfähige Maschinen angeschafft und ausgelastet werden können.

Die Kunst dabei besteht in der Kommunikation zwischen den Mitgliedern der Maschinengemeinschaft. Hier gilt es Lösungen zu finden, dass die Maschinen in gerechter Weise auf den Flächen der Mitgliedsbetriebe eingesetzt werden.

Zwischenfrucht 2018

Kater Kurt: In diesem Jahr war das Wachstum der Zwischenfrüchte aufgrund der Trockenheit sehr verhalten. Genauso wie der Rasen in Ihrem Hausgarten in diesem Jahr selten gemäht werden musste, war das Wachstum der Zwischenfrüchte gehemmt, weil zu wenig Wasser zur Verfügung stand.

Ende November wurden die Zwischenfrüchte eingearbeitet. Dabei handelte es sich um Gelbsenf, Phacelia und Rauhafer. Die in den Zwischenfrüchten verbauten Nährstoffe stehen dann im Frühjahr den nachfolgenden Zuckerrüben zur Verfügung. Aufgrund der Trockenheit konnten die Flächen noch einmal tief bearbeitet werden ohne das die Gefahr von Bodenverdichtungen bestand. Die Zuckerrüben wissen das zu schätzen, weil das ihnen die Wurzelbildung erleichtert.

Weizenaussaat für Ernte 2019 hat begonnen

Kater Kurt erklärt: Am Sonntag hat es endlich einmal mehr als 20 mm Regen gegeben. Wir nutzten die vorhandene Bodenfeuchte für die Aussaat des Winterweizens. Ein Sprichwort lautet „Wie die Saat, so die Ernte.“ Angesichts der momentan guten Aussaatbedingungen ist zumindest schon einmal eine gute Basis für die kommende Ernte gelegt. Jetzt muss es nur noch weiteren Regen geben, damit das weitere Pflanzenwachstum fortschreiten kann.

Der Rotmilan unterstützt mich bei der Mäusebekämpfung.

Herbstaussaat wegen Trockenheit schwierig

Kater Kurt erklärt: Die Aussaat der Zwischenfrüchte und vom Winterraps im August 2018 gestaltet sich aufgrund der Trockenheit sehr schwierig. Obwohl es mehrere kleinere Regenschauer gegeben hat, konnte sich der Raps nicht etablieren. Der Boden war durch die Sommertrockenheit so ausgetrocknet, dass er das Niederschlagswasser in Beschlag genommen hat. Für die Pflanzen stand nicht genug Wasser zur Verfügung. Dadurch sind die Pflanzen sehr zurück geblieben und die Bestände dünn. Zu allen Überfluss werden die wenigen kleinen Rapspflanzen jetzt auch noch durch den Erdfloh befallen. Die kleinen Löcher in den Blättern der jungen Rapspflanze sind Fraßstellen.

Dürre 2018

Kater Kurt erklärt: Die fehlenden Niederschläge im Jahr 2018 sind verheerend für den Ackerbau. Bis Ende August hat es im laufenden Jahr in Dorstadt insgesamt nur 228 mm geregnet. Gegenüber dem langjährigem Durchschnitt ist das ein Defizit -182 mm! Während bei der Getreideernte die betrieblichen Erträge nur rund 15 % unter dem mehrjährigen Durchschnittsertrag lagen, sieht es für die nun anstehende Ernte der Zuckerrüben düster aus. Hinzu kommt noch der Befall der Rübenmotte. Diese konnte sich durch die Trockenheit und Wärme stark verbreiten. Die Larven fressen Gänge durch den Rübenkopf. Dieser verfault anschließend und die Rübe ist nicht mehr zu verwerten.

Mein Chef klagt aber nicht. Er meint, dass so etwas auch zum landwirtschaftlichem Geschäft dazu gehört. Wenn man so wie ich quasi sein ganzes Leben in der Landwirtschaft tätig ist, weiß man: Es gibt gute Jahre und es gibt schlechte Jahre. Man darf solche Rückschläge nur nicht persönlich nehmen.

Klimawandel

Kater Kurt erklärt: Der Klimawandel macht die Arbeit eines Landwirtes schwieriger. Auch wenn Donald Trump es leugnet, der Klimawandel ist bei uns angekommen. Die extremen Wetterereignisse haben auch in Dorstadt zugenommen. Auswertungen der Niederschlagsereignisse seit 1974 zeigen (https://www.dorstadt.de/niederschlag/):

  1. Es regnet seit Mitte der 80er-Jahre mehr. Die durchschnittlichen jährlichen Niederschlagssummen an unserem Standort sind seit dem um rund 60 mm gestiegen.
  2. Die Zunahme der jährlichen Niederschlagsmengen ist geprägt durch Starkregenereignisse. Es gibt immer häufiger Wolkenbrüche bei denen es 40 mm und mehr in wenigen Stunden regnet. Dieses Wasser kann wegen der Intensität  dann vom Boden nicht aufgenommen werden und fließt oberflächlich in die Gewässer.
  3. Gleichzeitig häufen sich die Extreme: Die Anzahl und Heftigkeit der Trocken- und Regenperioden nehmen zu. Während die Sommermonate 2017 und 2015 verregnet waren, weist das Jahr 2018 eine extreme Trockenheit auf.

Eine Möglichkeit um auf diese Veränderungen zu reagieren ist es, den Humusaufbau in den Böden und das Bodenleben zu fördern. Der Humus kann Wasser und Nährstoffe speichern  und sorgt dafür, dass Wasser in Trockenphasen gespeichert und bei Starkregenereignissen vom Boden aufgenommen werden kann.

Eine gute Möglichkeit um Humus aufzubauen ist die Ausbringung von Güte-Kompost.