Bürokratie

Der Anteil der Arbeitszeit für Verwaltungsarbeit an der Gesamtarbeitszeit in einem Landwirtschaftsbetrieb ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen. Die Summe der Arbeitszeit für Planung und Organisation, Kontrolle, Aufzeichnungen, Einkauf, Verkauf, Geldverkehr und Finanzen, Buchführung, Information und Weiterbildung, sowie Beratung macht inzwischen rund 23 % (eigene Aufzeichnungen) der Gesamtarbeitszeit aus. Andere Quelle (KTBL) gehen bei einem Ackerbaubetrieb von unserer Größe sogar von 38 % aus. Während der gewöhnliche Schriftverkehr durch den Einsatz moderner Kommunikationsmedien wie E-Mail eher einfacher geworden ist,[…]

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Arbeitsspitzen

Die Arbeitszeit in der Landwirtschaft wird bestimmt von der Vegetationszeit der Kulturpflanzen. Gearbeitet werden muss dann, wenn es die Witterung zulässt oder verlangt. Dadurch entstehen Arbeitsspitzen, die in der folgenden Abbildung für unseren Betrieb dargestellt sind. Gezeigt werden die Arbeitsstunden im Jahresverlauf, die jeweils in einem halben Monat anfallen. Während im Zeitraum von Ende Juli bis Anfang Oktober die 14-tägige Arbeitszeit auf bis zu 160 Stunden ansteigt, ist es im Dezember und Januar sehr ruhig. Diese Arbeitsspitzen stellen eine große[…]

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Landwirtschaft im Wandel der Zeit

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Landwirtschaft stark gewandelt. Während 1950 in Deutschland noch fast jeder vierte Erwerbstätige in der Landwirtschaft gearbeitet hat, sind es heute nur noch 1,4 % (STATISISCHES BUNDESAMT). Erst durch diese Entwicklung in der Landwirtschaft wurden in den 60 Jahren Arbeitskräfte frei, die in den Fabriken zum damaligen „deutschen Wirtschaftswunder“ beitragen konnten. Allein in Dorstadt haben 1950 mehrere Hundert Einwohner in der Landwirtschaft gearbeitet! Dieser Wandel wurde durch eine zunehmende Mechanisierung in der Landwirtschaft ermöglicht.[…]

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„Weizen! Felder voller Weizen, Ströme von Weizen!“ *

Der Ertrag eines Getreidefeldes ergibt sich aus der Anzahl der Ähren (Bestandesdichte), der Zahl der Körner pro Ähre und dem durchschnittlichen Gewicht der Körner. Ertrag = Ähren/m² x Körner/Ähre x Korngewicht Die Ausbildung dieser Ertragsfaktoren ist abhängig von den Wachstumsbedingungen in den Wachstumsphasen der Getreidepflanzen. Die Bestandesdichte wird im Herbst und im zeitigen Frühjahr festgelegt. Die Anzahl der Körner pro Ähre wird hingegen im Frühjahr und das Tausendkorngewicht im Frühsommer bestimmt. Entscheiden ist neben einer ausgewogenen Wasserversorgung und verträglichen Temperaturen[…]

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Die Schwalben sind da!

In der letzten Woche sind unsere ersten Mehlschwalben wieder eingetroffen. Nachdem sie sich zunächst von der langen Reise aus dem Süden von Afrika ausruhen mussten, haben Sie gestern damit angefangen ihre Nester auszubessern (siehe Beitragsbild). Schwalben sind sehr ortstreu und kommen immer wieder zu ihren Geburtsort zurück. Der Bestand an Schwalben in Deutschland ist in den letzten Jahren sehr stark zurückgegangen, weil Nester an Hauswänden von vielen Hausbesitzern nicht geduldet werden und die Schwalben kein Baumaterial mehr für ihre Nester[…]

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Trockener Ostwind

Während mein Chef nach der Zuckerrübenaussaat noch von einem warmen Regen träumte, tritt jetzt das genaue Gegenteil ein: Für die nächsten Tage sind ganztägig Sonnenschein und starker Wind aus östlichen Richtungen angesagt. Das Beitragsbild zeigt die Situation gestern: Tagsüber wehte ein kontinuierlicher Wind aus östlicher Richtung. Diese Luftmassen haben häufig eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit, weil sie über die kontinentale Landmasse gezogen sind. Dies führt zu einem starken Austrocknen der Böden und erhöht die Verdunstung der Pflanzen. Entsprechend verstärkt den derzeitigen[…]

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Der Traum vom warmen Regen

Jetzt ist es also amtlich: Als landwirtschaftlicher Hochleistungskater bin auch ich systemrelevant (Anmerkung: Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 23.03.2020 die Land- und Ernährungswirtschaft als systemrelevante Infrastruktur anerkannt)! In diesem Sinne geht in unserem Betrieb die Arbeit trotz Covid-19-Pandemie unvermindert weiter: Wir konnten in der vergangenen Woche die Zuckerrübenaussaat unter günstigen Bedingungen abschließen. Über die Herausforderungen bei dieser Arbeit hatte ich in meinem Beitrag zur Zuckerrübenaussaat bereits ausführlich berichtet. Davon träumen Landwirte: Die Aussaat der Zuckerrüben erfolgt unter trockenen[…]

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Kohlenstoff-Speicherung im Boden

Derzeit beschäftigen wir uns in der Bestkorn KG mit einem neuen Projekt. Die Idee: Durch den Aufbau von Humus wollen wir Kohlenstoff aus der Luft im Boden speichern. Als Faustformel gilt, dass durch die Erhöhung des Humus-Gehaltes im Oberboden um 0,1 % pro Hektar rund 5 t CO2 in der Erdatmosphäre reduziert werden können. Zum Vergleich: Ein Erdenbürger produzierte in 2011 jährlich rund 7 t CO2, ein Deutscher rund 11 t CO2, und eine Hauskatze rund 2 t CO2 (Hintergrund).[…]

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Warum brauchen wir den Winter?

Manch einer freut sich über die teilweise frühlingshaften Temperaturen im Januar, die mit dem Klimawandel verbunden sind. Aber eigentlich sollte jetzt doch Winter sein? Für einen Landwirtschaftsbetrieb ist der Winter aus folgenden Gründen wichtig: Frostgare: Frost hebt den Boden durch das gefrierende und sich ausdehnende Bodenwasser leicht an. Dies reicht aus, um den Boden zu lockern und so eine gute Durchlüftung im Frühjahr zu gewährleisten. Darum gilt: Je kälter der Winter, desto besser ist dies für die Bodenfruchtbarkeit im Frühjahr.[…]

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Düngeverordnung

Eines vorweg: Die Landwirtschaft hat es selbst verbockt! Es gab eine Düngeverordnung aus dem Jahre 2006, an die sich einige Landwirte aber nicht gehalten haben. Die Konsequenz: Im Jahre 2017 wurde die Düngeverordnung novelliert (DüV vom 27.05.2017). Weil diese Änderungen aus Sicht der EU-Kommission nicht ausreichend sind, ist jetzt eine erneute Verschärfung geplant. Für das Fehlverhalten einiger Berufskollegen muss jetzt die ganze Branche büßen. Rote Gebiete Es wurden sogenannte „rote Gebiete“ (siehe Beitragsbild*) geschaffen, die 39 % der landwirtschaftlich genutzten[…]

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