Rapsaussaat 2019 – ein Lotteriespiel

Kater Kurt erklärt:

Die Rapsaussaat im Spätsommer 2019 gestaltet sich besonders schwierig. Die Böden sind ausgetrocknet, so dass zur Keimung Niederschlag erforderlich ist. Für Raps besteht nur ein schmales Zeitfenster von 15. August bis 10. September in dem in unseren Breiten eine Aussaat sinnvoll ist. Bei einer Aussaat vor dem 15 August würde der Raps mit hoher Wahrscheinlichkeit vor dem Winter überwachsen und wäre besonders frostempfindlich. Nach dem genannten Zeitfenster wäre die Vorwinterentwicklung der Rapspflanzen wahrscheinlich nicht ausreichend.

Die folgende Tabelle zeigt die Niederschläge in unserer Region in den letzten Tagen. Die Wetterlager der vergangenen Tage war geprägt durch Gewitter. Diese sind nicht vorhersagbar. Es ist eher Zufall wo sie niedergehen. So hat es in Dorstadt insgesamt rund 3 mm, in Schladen (10 km südlich) rund 15 mm und in Roklum (15 km östlich) rund 53 mm geregnet.

tägliche Niederschlagsmengen Ende August in mm in unserer Region

Für die Rapsaussaat bedeutet dies: In Dorstadt reicht der Regen nicht für eine Etablierung der Rapsbestände aus. In Schladen war zumindest genug Wasser für die Keimung vorhanden. In Roklum war es unter Umständen so viel Regen auf einem Schlag, dass der Boden jetzt verschlämmt ist. Den keimenden Rapspflanzen gelingt es dann nicht, die Bodenoberfläche zu durchbrechen.


Bereits im August 2018 waren die Bedingungen zur Rapsaussaat für die vergangene Ernte 2019 ähnlich. Damals mussten viele Raps-Bestände wieder umgebrochen und mit einer anderen Kultur bestellt werden. Insgesamt war im vergangen Jahr der Rapsanbau in Niedersachsen um -27 % (NIEDERSÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR STATISTIK) gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. In diesem Jahr könnte sich diese Situation wiederholen.

Eine Weisheit besagt: “ Ein guter Rapsbestand bildet eine so dichte und stabile Schotenschicht aus, dass eine Katze vor der Ernte darauf laufen kann.“ Na, ob ich das noch einmal erlebe?